MEINE MOBILFUNKFAMILIE UND ICH
"Wann bekomme ich auch ein iPhone?", "Lass mich in Ruhe, ich kommuniziere mit vier Freundinnen.": Maximilian Gaub kämpft als Vater von drei smartphonesüchtigen Söhnen (6, 11, 16 Jahre) und Ehemann einer chatsüchtigen Frau seit Jahren gegen die Auswüchse der Mobilfunkära. Der Autor (Macwelt, CHIP, GQ) und Dozent (Burda- und Deutsche Journalistenschule) weiß: Er wird diesen Konflikt verlieren.
Seitdem alle minderjährigen Familienmitglieder ein Smartphone besitzen, prophezeien Verwandte und Bekannte das Ende natürlicher Kindsentwicklung. Wir aber erforschen die positiven Seiten der digitalen Mobilwelt. Teil eins: der familiäre Chatraum.
Der Air-Screen, sexy Siri visuell und gedachte Nachrichten: Eines Abends fantasieren meine Jungs, meine Frau und ich, wie die mobile Kommunikation in einem Jahrhundert aussieht. Irgendwann bekomme ich Angst.
Transparenz dank Smartphone, Geodiensten und Facebook: In Zeiten des mobilen Internets wirkt ein dauerhaftes Fremdgehen unglaublich anstrengend, glaubt meine Frau. Ich recherchiere: Was müssen Seitenspringer 2012 beachten?
Mein halbstarker Sohn erhält zum 16. Geburtstag das Samsung Galaxy SIII – und behauptet, nun das beste Smartphone der Familie zu besitzen. Diese Frechheit lassen mein iPhone 4S und ich nicht auf uns sitzen.
Razr im Ranzen: So wünscht sich mein sechsjähriger Sohn seinen Schulalltag (Foto: Maximilian Gaub)
In den Herbstferien merkt mein sechsjähriger Sohn, dass wir ihm noch ein Handy schulden. Also flanieren wir beide durch die Online-Shops. Ich komme dabei zu einer neuen Sicht der Dinge.