Mobile Kommunikation 2113: “Möchten Sie diesen Gedanken wirklich abschicken?”

| Die Mobilfunkjungs | 5 Kommentare

Der Air-Screen, sexy Siri visuell und gedachte Nachrichten: Eines Abends fantasieren meine Jungs, meine Frau und ich, wie die mobile Kommunikation in einem Jahrhundert aussieht. Irgendwann bekomme ich Angst.

Mobile Kommunikation 2113: Angst vor der gedachten SMS (Foto: Maximilian Gaub)

Mobile Kommunikation 2113: Angst vor der gedachten SMS (Foto: Maximilian Gaub)

Diese Episode beginnt mit meinem Versuch, die nachweihnachtliche Pflichtveranstaltung Abendessen mit einer Frage aufzulockern: „Jungs, was wollt ihr später werden?“. Schmatzen. Schlürfen. Schweigen. Bis sich der 16-Jährige erbarmt: „Irgendwas mit Chemie.“ Interessant, welchen Teil der Chemie? „Papa, Du nervst.“ Und Du? „Irgendwas mit Programmieren“, sagt der Elfjährige. Interessant, welche Sprache? „Papa!“ „Und ich will tanzen“, sagt der Sechsjährige. „Welchen Tanz weiß ich noch nicht.“

Ich bin ein Moderator ohne Inspiration. Dabei ist „Zukunft“ doch ein gutes Thema. Wie jüngst bei dem Beitrag auf cnn.com, der sich mit der fernen Zukunft der Handys beschäftigt  … ein Gedanke entsteht in meinem Gehirn: „Jungs, was glaubt ihr: Wie sieht das Smartphone in 100 Jahren aus?“ Schmatzen. Schlürfen. „Ein Hologramm vor Augen“, wirft einer ein. „Ein Chip in der Handfläche“, erläutert ein zweiter. „Ein Bildschirm in der Luft“, ergänzt ein Dritter.

Luftmoleküle als Projektionsfläche für Bildschirminhalte

Eine dreidimensionale Projektion, die aus meiner Hand heraus entsteht, fasse ich zusammen. Aber den Bildschirm verstehe ich nicht. „Wir nutzen die Luftmoleküle als Projektionsflächen für Bildschirminhalte“, elaboriert der 16-Jährige. „Stell Dir das mal auf dem Oktoberfest im Bierzelt vor – wenn sich tausende Displays überlappen“, imaginiert meine Frau. Sich Betrunkene durch die Air-Screens anderer übergeben, Hologramme zweier Kommunikatoren miteinander streiten. Ein herrliches Chaos. Bis ich einwerfe, dass auch in ferner Zukunft Bürokraten existieren. Die Verordnung zur Bayerischen Bildschirmbreitenbegrenzung für Kommunikationshologramme tritt am 1. Januar 2113 in Kraft.

„Wir werden Siri sehen können“, sagt der 16-Jährige, hebt eine Augenbraue und lächelt. „In knappen Höschen.“ Meine Frau unterbricht in mit vollem Mund: „Dann muff ef auch einen Firuf geben.“ Was? „Ich will einen Sirus. Einen muskulösen Smartphone-Assistenten.“ Ich verschlucke mich. Jemand klopft mir auf den Rücken. „Sirus, kontaktiere meinen Mann. Sirus, leuchte mir den Weg zur nächsten Stromtankstelle. Sirus, übernimm das Flugauto. Ich will schlafen“, fantasiert meine Frau und nimmt einen Schluck Wasser.

Kurznachrichten via Leuchtstab oder Gedanken

„Ein Leuchtstab, mit dem man SMS in die Luft schreibt“, stellt sich der Sechsjährige vor. „Oder eine glitzernde Luft-Tastatur, die niemals dreckig wird.“ Meine Frau setzt das Glas ab. „Kurznachrichten diktiere ich lieber Sirus“, wendet sie ein. „Sprichst Du laut eine SMS im Raumschiffbus vom Marienplatz zum Hauptbahnhof?“, frage ich. Wir lachen.

In das abklingende Gekicher prophezeit meine Frau: „Der Chip ist nicht in der Hand. Kindern implantiert man zur Geburt einen Mobilfunkchip ins Gehirn.“ Nachrichten werden nicht mehr getippt, sondern gedacht. Senden untreue Ehemänner Sehnsüchte versehentlich an die Frau statt an die Geliebte? Meine Frau scheint diese Nachricht erhalten zu haben. „Es wird eine Sicherheitsabfrage geben“, meint sie. Eine Stimme im Kopf, die nach jeder Nachricht brummt: „Möchten Sie diesen Gedanken wirklich abschicken?“ Ich bekomme Gänsehaut. 2123 leiden 50 Prozent der Bevölkerung an multiplen Persönlichkeitsstörungen, die andere Hälfte besitzt einen imaginären Freund. Also frage ich: „Jetzt erzählt doch mal: Was genau wollt ihr später werden?“

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5 thoughts on “Mobile Kommunikation 2113: “Möchten Sie diesen Gedanken wirklich abschicken?”

  1. Frank

    Nun wirklich Angst machen mir diese Gedanken nicht wirklich, eher mache ich mir Gedanken ob unsere Gesellschaft sowas überhaupt gestämmt bekommen würde. Das Hologramm wird es wohl nicht geben, realistisch wäre eine Projektion direkt ins Auge, somit eine virtuelle 3D Telefonzelle. Das denken von Nachrichten ist sicherlich interessant, aber mit ein bisschen Training könnte man so selbt Videonachrichten ohne Probleme fälschen. Man überlege nur man könnte Videomessages senden, die man Gedacht hat!

    Einerseits interessant, andererseits heftig übelst, man denke nur darüber nach was passiert auf der Betriebsfeier wenn einer denkt wie albern es wohl aussehen würde wenn der Chef mit der Übergewichtigen Sekretärin in Lack und Leder…. und dann an alle Kollegen, die das dann sofort vor Augen haben!? Gruppenreiern?

    Oder was ist in dem Fall mit mobilen Viren, die ein hacken dieser Chips ermöglichen würde, Gedankenkontrolle? Man denke zum Beispiel an den Film Inception, oder Realität. Welche Gefahren da auf uns warten würden will ich mir garnicht ausmalen, aber vielleicht echt ein interessanter Artikel…

    … oder gar die Idee für einen neuen Film, mit dem Titel “hacking 2213″ !?

    Danke für die Idee…
    LG Frank von Frankies Testwelt

  2. Uwe

    Dazu passt ein Spruch von Ernst Ferstl:

    “Das größte Problem mit den Fortschritt ist – auch die Nachteile entwickeln sich weiter.”

    Liebe Grüße

  3. Maximilian

    Lieber Frank,

    habe sehr gelacht über Deine Vision der gedachten Videonachricht. Die Zukunft könnte wirklich ein einziger Spaß werden. Vor allem, wenn ich meine Blogeinträge in Sekunden in das Internet hochdenke :)

    Mit den besten Wünschen für unsere Zukunft,

    Maximilian

    @Uwe: Sensationeller Spruch. Sollten wir auf T-Shirts drucken.

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