Die SIM-Karte das unbekannte Wesen

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Ohne sie geht nichts, in jedem Handy steckt mindestens eine und doch ranken sich Mythen und Vermutungen um das wichtigste Teil zum mobilen Telefonieren, SMSen, E-Mailen oder Daten übertragen: Die SIM-Karte.

SIM-Karte klarmobil.de

Die Abkürzung “SIM” steht für Subscriber Identify Module. “Erfunden” wurde sie schon früh. Beim analogen Autotelefon “A-Netz” (mit “Frollein vom Amt”) in den 1970er Jahren und dem Nachfolger “B-Netz” (mit Selbstwahl) war es ein kleines Modul, das der technische Prüfer beim Fernmeldeamt der Deutschen Bundespost Telekom in das Telefon einsteckte, wenn er festgestellt hatte, ob das Mobiltelefon ordnungsgemäß verbaut war und die Leistungsgrenzwerte eingehalten wurden. Da ein Autotelefon immer fest im Auto blieb, war das ein Vorgang der für längere Zeit einmal durchgeführt wurde und dann wars gut.

Beim ersten zellularen Mobilfunknetz, dem deutschen “C-Netz” dachte man sich, dass es durchaus sein könnte, dass ein Telefon “portabel” (zum Tragen geeignet) wäre oder von verschiedenen Personen genutzt werden könnte. Jede Person sollte eine eigene Rufnummer haben und sich über eine “Karte” identifizieren können. Diese Karte bekam einen Magnetstreifen verpasst und wurden vor dem Verkauf mit der Rufnummer des Kunden beschrieben.

Weil überall Magneten lauern, fielen diese Karten oft aus. Deswegen wurde der eingegossene Chip mit den goldenen Kontaktflächen als Alternative wie bei modernen EC-Bankkarten zum Einsatz gebracht. Dieses Prinzip wurde beim digitalen Mobilfunk (“D-Netz”) übernommen, aber auf die Magnetspur von vorneherein verzichtet. Die ersten SIM-Karten für D1 (heute Telekom) und D2-Privat (heute Vodafone D2) waren so groß wie eine Scheckkarte.

Handys wurden kleiner und die riesengroßen SIM-Karten bestanden überwiegend aus Plastik. Also ließ man das viele Plastik einfach weg, die “Mini-SIM” war geboren und hat sich über 10 Jahre ganz gut gehalten. Bis Apple sich entschloss, beim iPhone 4 die “Micro-SIM” einzuführen. Die ist nochmals kleiner als die Mini-SIM, hat aber die gleiche Kontaktgröße. Für das brandneue iPhone 5 war Apple die Micro-SIM immer noch zu groß. Jetzt sollte es eine “Nano-SIM” werden. Bevor es richtig losgehen konnte, fand noch etwas Tauziehen zwischen Apple und seinen Konkurrenten statt, wer die “bessere” Lösung hatte, Apple setzte sich durch.

Wer keine passende SIM-Karte zur Hand hat und mutig ist, kann sich die passende Karte aus einer größeren zurechtschneiden oder stanzen. Wenn Sie zwei linke Hände haben, sollten Sie das aber besser sein lassen, denn das Risiko, dass der Chip intern anbricht oder die von außen unsichtbaren hauchdünnen Drähte im Innern, welche die Kontakte mit dem Chip verbinden, abreißen, besteht durchaus. Hinzu kommt die mögliche statische Aufladung, wenn Sie mit dem kuscheligen Pullover in der gut geheizten Wohnung zu Werke gehen.

Wenn Sie heute eine SIM-Karte bestellen, wird sie oft im großen Format geliefert und Sie können die Mini- oder Micro-SIM-Karte herausbrechen. SIM-Karten, die neben Mini und Micro auch “Nano” können, gibt es im Moment noch kaum, aber Ihr Anbieter kann Ihnen auf Wunsch auch eine Nano-SIM-Karte liefern, einfach mit der Hotline Kontakt aufnehmen.
Als klarmobil.de-Kunde finden Sie die genaue Anleitung hier im Blog.

Moment! Bevor Sie die neue Nano-SIM-Karte bestellen, erst einmal kühlen Kopf bewahren. Haben Sie schon ein iPhone 5 bekommen oder wenigstens eins verbindlich bestellt? Oder hatten Sie gar nicht vor, soviel Geld für Ihr neues Handy auszugeben? Dann brauchen Sie auch gar keine Nano-SIM. Das iPhone 4 oder 4s kommt mit der jederzeit lieferbaren Micro-SIM-Karte klar. Und wenn Sie ein älteres iPhone 3 oder 3GS ihr eigen nennen, das funktioniert nur mit der altbewährten Mini-SIM-Karte. Falls Ihre Wahl auf ein Windows Phone Handy (z.B. von Nokia) fallen sollte, hier reicht die Micro-SIM völlig aus, fragen Sie vor dem Kauf beim Händler nach.

Wechseln Sie öfters das Handy? Bevor Sie Ihre SIM-Karte umstecken, können Sie die goldenen Kontakte ganz vorsichtig mit einem nicht fusselnden Tuch mit etwas Reinigungsalkohol abreiben und vermeiden, die Kontakte mit Ihren Fingern zu berühren.

Was kann die SIM-Karte?

Auf der SIM-Karte sind die notwendigen Daten gespeichert, damit Sie mobil telefonieren können, das ist Ihr “Ausweis” gegenüber dem Mobilfunknetz. Auf der Karte können Sie je nach Hersteller und Alter SMS-Nachrichten und Telefonbucheinträge speichern, das können 125 oder 250 Rufnummern und Namen dazu sein. Moderne Smartphones verknüpfen zu einem Namen verschiedene Nummern (privat, Handy, Büro, Fax, etc.), diese werden dann im Handy und nicht auf der SIM gespeichert. Andere Telefone verknüpfen mehrere SIM-Einträge zu einem Namen. Schauen Sie sich das SIM-Telefonbuch mit einem Einfach-Handy an, kann es sein, daß im Namen merkwürdige Sonderzeichen vorkommen.

Wenn Sie ihre SIM-Karte regelmäßig zwischen Handys wandern lassen wollen, kann ein Telefonbuch auf der SIM-Karte sinnvoll sein, andernfalls machen Sie mit einer passenden Software für Ihr Handy ein Backup oder synchronisieren Sie unter Android, Windows Mobile oder iOS mit den entsprechenden Angeboten von Google, Microsoft oder Apple.

Die Sache mit der PIN

Um mit dem Handy telefonieren zu können, brauchen Sie in der Regel eine PIN (=Personal Identification Number). Damit wird die Karte zur Benutzung freigegeben. Bei einigen Prepaid-Angeboten kann die PIN ab Werk ausgeschaltet sein. Das hat den Vorteil, daß Sie sich keine PIN merken müssen und sofort lostelefonieren können. Der Nachteil ist klar: Findet Ihr Handy einen unbekannten Liebhaber, kann der auch sofort telefonieren – auf Ihre Kosten. Sie sollten also im Zweifelsfall die PIN wieder einschalten, das geht über das Sicherheits Menü unter Einstellungen.

Die PIN finden Sie auf dem Rahmen der SIM-Karte aufgedruckt oder in den Begleitpapieren zu Ihrer Karte oder sie wurde Ihnen per e-mail von Klarmobil übermittelt. Falls Sie die PIN dreimal hintereinander falsch eingeben, wird die PIN gesperrt, das Handy fragt nach einer PUK, dem Personal Unblocking Key. Diese PUK hat 8 Stellen und wurde mit der Karte (siehe oben) mitgeliefert. Falls Sie diese nicht mehr kennen, aufpassen. Nach 10x mal falschem PUK wird die Karte unwiderruflich zerstört!

Sie können Sie die vergessene PUK beim Kundenservice erfragen, dort wird man Ihnen aber einige sehr persönliche Fragen stellen, damit auch sicher ist, daß Sie berechtigt sind, diese PUK zu erfahren. Nach dem Eingeben des PUK müssen Sie zweimal Ihre neue PIN geben, die können Sie sich frei aussuchen, allzu einfach (1234 oder 0000) sollte es dabei nicht sein. Übrigens: Eine PIN muß nicht nur 4 Stellen haben, es können auch mehr Ziffern (bis zu 10) sein, wenn Sie sich das besser merken können. Für Diebe sind die Chancen noch geringer, die PIN in 3 Versuchen herauszufinden.

Und was macht die PIN2 ?

Zur Karte gehört oft noch eine PIN2 (und ein PUK2). Damit können Sie bestimmte Bereiche der Karte erreichen, wie das “eingeschränkte Telefonbuch”. Dort können Sie bis zu 10 Telefonnummern eintragen, die auch dann gewählt werden dürfen, wenn sie das Telefonieren mit der Karte sonst gesperrt haben. Sie müssen dann nur noch die Beschränkung einschalten und alle Anrufe sind blockiert (ausser dem Notruf 112). Besonders krass: Wenn Sie als “erlaubte” Nummer die 0123456789 eingegeben haben, geht nur diese, selbst +49123456789 (was aufs gleiche herauskommt) geht dann nicht.

Wie ändere ich meine PIN?

Falls Ihnen die PIN ab werk nicht gefällt, können Sie die PIN ganz leicht ändern:

Tippen Sie ganz langsam in Ihr Telefon und schauen, daß auch wirklich das erscheint, was sie getippt haben (zweimal Stern hintereinander bringt bei vielen Telefonen ein “p” oder ein “w”, also aufpassen!)

**04*altePIN*neuePIN*neuePIN# Sobald Sie # drücken erscheint die Anzeige “PIN geändert”, wenn Sie alles richtig gemacht haben. Die neue PIN wird zweimal eingegeben! (Beispiel: alte PIN 1234 Neue PIN 4321 –> **04*1234*4321*4321# )

Wie lange hält meine SIM-Karte?

Wenn Sie mit Ihrer SIM-KArte pfleglich umgehen, kann sie 10 Jahre und länger halten. Allerdings nagt jeder Einbuchvorgang und jedes Speichern oder Löschen von Einträgen am Lebensalter der Karte. Das sind in der Regel mehr als 100.000 Lese-Schreib-Vorgänge, aber Elektronik kann mit der Zeit kaputt gehen. Ist die Karte defekt (Karte wird nicht erkannt, “Karte einlegen”), können Sie eine Ersatzkarte anfordern. Die Rufnummer und das Guthaben bleiben dabei erhalten. Es kann nur ein paar Tage dauern, bis die “neue” Karte angekommen ist. Die hat dann eine neue PIN, die können Sie aber in ihre gewohnte PIN ändern.

Alle Klarheiten beseitigt? Dann viel Spaß beim mobilen Telefonieren.

klarmobil.de

klarmobil.de ist einer der führenden Mobilfunk-Discounter im deutschen Markt. Als Komplettanbieter hebt sich klarmobil.de dabei vor allem durch seine vielfältige Tarifstruktur von anderen Anbietern ab.

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4 thoughts on “Die SIM-Karte das unbekannte Wesen

  1. Schwartz

    Hallo,
    die Micro-SIM von Klarmobil funktioniert mit meinem iPhone 4 (gekauft bei Telekom im Oktober 2010) leider nicht. Nach korrekter Eingabe der PIN erscheint nach einigen Sekunden “ungültige Simkarte”.

    Wie kann dieses Probelm behoben werden?

    Vielen Dank und eine schöne Woche,
    T. Schwartz

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